Weinpresse aus dem Jahr 1797 findet einen neuen Platz im Stadtmuseum Herrenmühle
Die Initialen im Presszylinder weisen auf den Namen des Besitzers Röllinger hinSchätze sind meist schwer zu heben – auch wenn sie nicht aus glänzendem Edelmetall und von Geldeswert sind, sondern „nur“ Zeitzeugen vergangener Jahrhunderte. Diese Erfahrung machte Sebastian Hose beim Umbau seines neu erworbenen Anwesens in der Schultheißstraße 9 (ehemalige Zahnarztpraxis Brust-Röllinger).

Kreisheimatpfleger freut sich über Unterstützung

Roland Heinlein berichtete bei der Jahresversammlung des Förderkreis Stadtmuseum und Denkmalpflege von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Kreisheimatpfleger. Er ist seit fast vier Jahren für den Altlandkreis Hammelburg zuständig sowie für den Bereich Vor- und Frühgeschichte und Bodendenkmäler im gesamten Landkreis.
Unter diesem Aspekt der Heimatpflege versteht man alles, was an Historischem noch im Boden schlummert und bei Bauvorhaben ausgegraben wird. So werde regelmäßig kontrolliert, ob Hügelgräber noch unversehrt sind, erläuterte Heinlein. „Ich habe stets ein Auge auf Baugruben.“ In Neubaugebieten werde immer im Vorfeld von Baumaßnahmen eine Feldbegehung durchgeführt.
Damit die Kreisheimatpfleger geschulte Unterstützung aus den Reihen der Bevölkerung bekommen, hat das Denkmalamt in Bamberg das Modellprojekt „Archäologie im Ehrenamt“ ins Leben gerufen. Hierbei leitet ein Archäologe Interessenten an, wie man schützenswerte Fundorte erkennt und gegen Schatzräuber absichert. Ziel ist es, Multiplikatoren vor Ort zu haben, die eine Lanze brechen für den Denkmalschutz.
Als Heimatpfleger werden Heinlein von Sammlern archäologische Funde aus der Region übergeben, um diese Funde der Allgemeinheit zu präsentieren. Dadurch konnten mit gemeindlicher, staatlicher und privater Unterstützung zwei kleine Ausstellungen auf der Trimburg und in Geroda eröffnet werden.
Die Anwesenden interessierten sich sehr, wie der Informationsfluss bei Ausgrabungen wie aktuell bei Neubauten auf historischem Grund in der Innenstadt sei. „Oft erfahre ich erst im Nachhinein von solchen Untersuchungen, denn die Ergebnisse gehen an den Auftraggeber“, bedauert Heinlein. Die Auswertungen ziehen sich lange hin. Beim Nutzen für die Ortsgeschichte müsse man halt Geduld haben.
eam Main-Post vom 10.03.2012

Verein für Stadtmuseum und Denkmalpflege wirbt im Internet

Auf 240 ist die Zahl der Mitglieder beim Förderkreis Stadtmuseum und Denkmalpflege Hammelburg gestiegen. Dies gab Vorsitzende Christiane Schmid bei der Jahresversammlung bekannt.
Fleißig gearbeitet wurde laut Schmid auf der Museumsinsel. Dort entstanden Sanitäranlagen und Küche. Dank der Spende der „Nüsskarter“ konnten die Sandsteinplatten und Sitzgarnitur am Backofen finanziert werden. Umgekehrt hat der Förderkreis mit einer Spende die Sanierung einer Sandsteinfigur in der Seeshoferstraße unterstützt. Für 2012 will der Verein die Verkleidung der Küchenwände, die Befestigung des Freiplatzes und ein Geländer zur Saale hin in Angriff nehmen.
Schmid begründete die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge mit den veränderten Aufgaben. So sei der Verein jetzt Eigentümer der Insel und habe Unterhaltsverpflichtungen, die nicht allein mit den Einnahmen durch Feste abgedeckt werden könnten.
Geschäftsführerin Elfriede Böck wies auf die beiden Ausstellungen im vergangenen Jahr hin. Bei den Besucherzahlen habe sich der Abwärtstrend fortgesetzt. „Wir müssen offensiver Werbung betreiben“, meinte Böck. Sie wies darauf hin, dass das Museumsfest heuer bereits am 21./22. Juli stattfinden wird. Neu im Programm wird ein Kunsthandwerkermarkt mit regionalen Anbietern sein. Weiterhin werden an jedem dritten Samstag im Monat Themenführungen angeboten. Es wird auch eine Vortragsreihe zu wechselnden Themen geben, so zum Beispiel „Essen und Trinken wie in früheren Zeiten“.
Dieter Vogler hat sich verstärkt um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins gekümmert. So gibt es ein neues Informationsblatt und eine Homepage. Die Hintergrundfarbe soll die Nähe des Museums zum Wasser verdeutlichen. Viele Bilder aus der Geschichte und der Umbauzeit der Museumsinsel machen die Internetseite auch für die Einheimischen interessant.
eam Main-Post vom 10.03.2012