Schillers Enkel bringt den Impressionismus nach Franken

Ausstellung vom 9. Juli bis 25. September 2011 im Rahmen der Unterfränkischen Kulturtage im Stadtmuseum Herrenmühle

Ludwig von Gleichen-RusswurmEine Ausstellung der besonderen Art war im Stadtmuseum Herrenmühle, Turnhouter Str. 15, zu sehen. Unter dem Titel  „Ludwig von Gleichen-Russwurm - Schillers Enkel bringt den Impressionismus nach Franken“ wurden rund 30 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Lithografien gezeigt, die teilweise noch nie ausgestellt waren.

Ludwig von Gleichen-Russwurm wurde 1836 als einziges Kind des Freiherren Adalbert von Gleichen-Russwurm und seiner Frau Emilie, geb. Schiller auf Schloß Greifenstein bei Bonnland geboren.
Die Familie verbrachte dort regelmäßig die Sommermonate, wobei Emilie sich hauptsächlich der Herausgabe zahlreicher Schriften und Briefwechsel von und über ihren Vater Friedrich von Schiller widmete. Obwohl der Knabe schon während seiner Kindheit seine Leidenschaft fürs Zeichnen und Malen entdeckte, schlossen sich nach der Schulzeit zunächst landwirtschaftliche Studien an. Erst nach dem frühen Tod seiner Frau widmete er sich ganz seiner künstlerischen Tätigkeit. Im Jahr 1869 zog Ludwig von Gleichen-Russwurm schließlich nach Weimar und begann an der von Stanislaus von Kalck­reuth geleiteten Kunstschule bei Max Schmidt mit dem Studium der Landschaftsmalerei. Während eines Aufenthalts in Frankreich kam er erstmals mit den französischen Impressionisten in Berührung. Im Lauf der 1880er Jahre setzte sich Gleichen-Russwurm immer mehr mit dieser neuen Stilrichtung auseinander und entwickelte sich schließlich zu einem der ersten deutschen Landschaftsmaler, die die künstlerischen Impulse des französischen Impressionismus nach Deutschland brachten.
Bonnland und Schloß Greifenstein  lieferte ihm dafür stets neue Motive. Das Licht und die Stimmungen, die in der sanft hügeligen Landschaft entstanden, prägten sein Werk.
Die Sonderausstellung im Stadtmuseum Herrenmühle zeigt einige seiner wichtigsten impressionistischen Ölgemälde. Außerdem Aquarelle, Lithographien und Radierungen, die zum größten Teil zwischen 1880 und 1900 entstanden. Die ausgewählten Motive zeigen vor allem Bonnland und die dort auf Feld, Wiese und Weide arbeitenden Menschen.

Zur Ausstellung lag eine Begleitbroschüre aus.

(Text: Elfriede Böck MA)